Warum Digitale Bildung so wichtig ist!

„Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.“ (John F. Kennedy)

Ab dem Schuljahr 2018/2019 wird in Österreichs Schulen (Pflichtschulbereich) die Digitale Grundbildung eingeführt. Warum ich diesen Schritt sehr begrüße und warum dieser Schritt für alle Schülerinnen und Schüler sowie die Gesellschaft allgemein sehr wichtig ist, ist in diesem Blogbeitrag zu lesen.

Alle die schon mal ein „Like“ erhalten haben, wissen welch schönes Gefühl der Bestätigung es in einem auslöst. Erhält man noch weitere Likes umso besser fühlt man sich. Flattert zwischendurch noch ein Herzchen daher schwebt man auf Wolke Sieben und überlegt sich bereits den nächsten Post, um noch mehr Likes und Herzchen zu ergattern.

Man wird quasi für „passende“ Kommentare, Bilder und Videos in den Sozialen Medien von anderen Userinnen und Usern belohnt. Der Mensch will gefallen, will Bestätigung. Daher muss mehr „passendes Verhalten“ an den Tag gelegt werden. Also wird ein neuer Post, ein neues Foto, eine neue Attraktion erstellt, um die Gunst – hier ein Like oder ein Herzchen – von Online-Freundinnen und -Freunden zu erhalten.

Doch führt das nicht zu einem anderem, einem beeinflussten Verhalten, einem verändertem Ich? Verhält man sich nicht dahingehend, wie es andere von einem erwarten, anstatt sich selbst treu zu bleiben und seinen eigenen Weg zu gehen? Sucht man sich einen Weg, der von Likes und Herzchen begleitet wird, anstatt eventuell mit anderer Meinung, Widerrede oder Ablehnung konfrontiert zu sein? Wählt man den einfacheren, den leichteren Weg? Verlernen wir so nicht Diskursfähigkeit und kritisches Denken, weil diese Sofortbelohnungen viel bequemer sind?

Geht es nach Roberto Simanowski dann ja. Er ist der Meinung, dass Schule und Universität dafür sorgen müssen, dass Bildung mehr in Richtung Medienreflexkompetenz und nicht nur in Richtung Mediennutzungskompetenz geht, um die Gesellschaft resistent gegen die Verführung per Likes und Herzchen zu machen. (Simanowski, 2018)

Aber nicht nur die digitale Verführung der Sofortbelohnung ist ein Problem. Falschmeldungen (Fake News) und Hassreden (Hate Speech) sind auf Grund der Digitalisierung am Vormarsch. Ein bekanntes Beispiel dafür ist Donald Trump, Präsident der USA. Er wird immer wieder mit Fake News in Zusammenhang gebracht. So wurde ihm nach seinem Wahlsieg vorgeworfen, seine Anhänger hätten Facebook als Plattform genutzt, um in seinem Interesse Falschmeldungen zu verbreiten (Simanowski, 2018). Trump selbst greift auch gerne zu einer „alternativen Wahrheit“. So behauptete er, „dass ihn bei seiner Amtseinführung mehr Besucher gefeiert haben als je einen Präsidenten zuvor“ – was aber offensichtlich, mittels TV-Bildern widerlegt werden konnte. Experten befürchten, dass er seine „alternative Wahrheit“ für politische Zwecke einsetzen könnte, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen (Beutelspacher, Zschäpitz, 2017).

Daher fordert Simanowski, dass zukünftige Generationen lernen müssen, Popularität (Anzahl der Likes) nicht mit dem Wahrheitsgehalt einer Nachricht zu verwechseln. Sie müssen zielsicher und effizient mit Medien umgehen, um nicht der Droge Like-Button und beliebigen Lügengeschichten zu verfallen. Und sie müssen lernen, dass Soziale Netzwerke die menschliche Schwäche für Bestätigungen ausnutzen, um die Userinnen und User mehr an sie zu binden (Simanowski, 2018). Auch die „Vermittlung von Medienkompetenz mit einem deutlichen Schwerpunkt nicht auf technischen Kenntnissen und Fertigkeiten, sondern auf der Förderung einer kritischen Reflexivität in Bezug auf Medienumgang“ muss erlernt werden, um eine kritisch-konstruktive Haltung gegenüber Medien zu entwickeln (Büsch, 2015).

 

Quellenangabe:

  • Beutelsbacher, S., Zschäpitz, H. (2017). Die alternative Wahrheit ist Trumps mächtigste Waffe. Verfügbar unter: https://www.welt.de/wirtschaft/article162263580/Die-alternative-Wahrheit-ist-Trumps-maechtigste-Waffe.html [07.08.2018]
  • Simanowski, Roberto. (2018). Stumme Medien: Vom Verschwinden der Computer in Bildung und Gesellschaft, Matthes & Seitz Berlin Verlag. Verfügbar unter: ProQuest Ebook Central, https://ebookcentral-1proquest-1com-1w4ay298k01b2.digibib.fh-burgenland.at/lib/fh-burgenland/detail.action?docID=5332774. [07.08.2018]
  • Büsch, Andreas. (2015). Digitale Bildung – quo vadis? Verfügbar unter: https://www.medienimpulse.at/articles/view/880. [07.08.2018]

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