Die Wahrheit um Fake News

Egal ob Facebook, Twitter, Instagram, Google, YouTube und Co – sie alle enthalten Fake News. Was sind Fake News? Wer erschafft sie und vor allem warum? Warum sie für unsere Gesellschaft eine Gefahr darstellen und wie man sie erkennen kann, werde ich in diesem Blogbeitrag erläutern.

Was sind Fake News?

„Fake“ kommt vom Englischen und bedeutet so viel wie Fälschung oder Täuschung. „News“ sind Nachrichten. Somit sind Fake News Falschinformationen, die sich hauptsächlich im Internet verbreiten. Sie sorgen für spannende Titel und ziehen ihr Publikum magisch an. Diese gezielten Desinformationen treten vor allem in Sozialen Netzwerken auf, wodurch sie sich rasend schnell per einfachen Klick verteilen lassen.

Wer erschafft sie und vor allem warum?

Fake News werden von Einzelpersonen oder Gruppen erstellt. Meist werden sie auf Grund persönlicher, politischer oder wirtschaftlicher Motive verfasst. Der im September 2017 verstorbene Paul Horner aus den USA war ein bekannter Fake News Schreiber. Er behauptete, dass Barack Obama „ein homosexueller und radikaler Muslime“ (Quelle t-online.de) sei. Auch sollen Demonstranten für ihren Einsatz gegen Donald Trump bezahlt worden sein. Durch das Erstellen mehrere verlinkter Websites, fanden User die selben Fake News in unterschiedlichen Quellen und glaubten so die Falschinformation als bestätigt. Horner erfand nicht nur Fake News, er bezeichnete es als „comedy or satire“ (theguardian.com) und lehrte anderen Personen Fake News zu schreiben. Doch nicht nur „Fake News Profis“ können Fake News erstellen. Nach kurzer Recherche bin ich auf die Website Paul Newsman gestoßen. Hier kann jeder beliebige User „Witze“, so werden Fake News hier genannt, verfassen. Angeblich nur, um die eigene Freundesliste auf Medienkompetenz zu testen. Aus den Artikeldetails lässt sich sogar nachvollziehen, wie oft der erfundene Artikel gelesen und bei Facebook geteilt, kommentiert und geliked wurde (Paul Newsman.com).

Früher wurden Nachrichten fast ausschließlich über Journalisten, Zeitungen, TV und Radio verbreitet, wobei kein Interesse an Falschmeldungen bestand – Redakteure überprüften ihre Beiträge gegenseitig auf Korrektheit. Heute wird versucht, mittels Fake News Geld zu machen, politisches Geschehen zu beeinflussen oder einfach nur Hass oder Angst zu schüren. Jeder und jede mit Internetzugang kann heute falsche Nachrichten erstellen und verbreiten. Und es ist nicht einmal menschliches Zutun von Nöten, denn „Algorithmen (= Social Bots) erstellen und verteilen Nachrichten und zugehörige Kommentare gleich mit“ (b2b-marketing.de).

Warum stellen Fake News eine Gefahr für die Gesellschaft dar?

Tragisch wird dieser Umstand dadurch, dass vor allem die jüngere Generation ihre Nachrichten nur aus Sozialen Medien bezieht. Solch einseitige Information kann großen Schaden anrichten. Besonders weil jene Beiträge, welche die Wut-Emotionen des Publikums ansprechen, am meisten geliked, geteilt oder kommentiert werden – ungeprüft, ob es sich dabei um Fakten oder Fake handelt. Dieses Phänomen ist jedoch nicht ganz neu. Bereits rund um die letzte US-Präsidentschaftswahl standen Fakes News beinahe an der Tagesordnung. So haben „in den drei Monaten vor der US-Wahl die 20 meistverbreiteten Fake News mehr Shares, Reaktionen und Kommentare auf Facebook erhalten als die 20 meistverbreiteten Geschichten von seriösen Medien“ (heise.de). Eine der meistgeteilten Fake News lautete: WikiLeaks soll bestätigt haben, dass Hillary Clinton Waffen an den ISIS verkaufe.

Verstärkt wird das Fake News Problem durch den Algorithmus von Facebook, der eine eigene Welt rund um jede Nutzerinnen und jeden Nutzer erschafft. Das bedeutet, dass User noch mehr Informationen und Artikel zu ähnlichen von ihnen gelikten oder geteilten Postings erhalten. So zeigt Facebook nicht mehr alle Posts zu allen Themen, sondern nur mehr eine „passende persönliche“ Auswahl des Facebook-Algorithmus. Dieser entscheidet also was den User interessieren könnte und was nicht. Im Fachchargon spricht man dabei von Filterblasen oder Echokammern. Die Wahrnehmung der User wird dadurch „künstlich“ verzerrt und sie in ihrer Meinung, wenn diese auch noch so abwegig ist, bestärkt. Und die Auswirkungen spürt dann die Gesellschaft: Wer anderer Meinung ist, wird gemieden, schlimmsten Falls beschimpft, gemobbt oder sogar bedroht. Barbara Kaufmann beschreibt das in ihrer Kolumne im Kurier mit folgenden Worten:

Kolumne von Barbara Kaufmann im Kurier:

Der Wettbewerb der Grauslichkeiten ist längst eröffnet und wird täglich neu gewonnen. Grundpfeiler unseres Miteinanders werden angesägt und umgestoßen. Brücken, an denen man jahrzehntelang gebaut hat und die gehalten haben, getragen von Kompromissen, errichtet auf der Einsicht, dass es nur gemeinsam geht, werden mutwillig niedergerissen.

Und wenn sie einstürzen und Menschen unter sich begraben, dann folgt statt Trauer Hass, statt Betroffenheit neue Eskalation. Wer sich beschwert, wer Mäßigung fordert, wer aufschreit, der wird angegriffen. Barbara Kaufmann im Kurier

Mahnende Worte. Doch es muss nicht so weit kommen oder noch schlimmer werden. Das Bewusstsein über Fake News in Sozialen Medien hat sich herumgesprochen. Auch dass Donald Trump nur von Fakten spricht, wenn es um seinen eigenen Vorteil geht, ist allgemein bekannt. „Widersprechen Trumps Fakten wissenschaftlicher Erkenntnis, spricht seine Beraterin Kellyanne Conways schon mal von ‚alternativen Fakten’“ (heise.de). Auch in Bezug auf die Flüchtlingskriese tauchen immer wieder erfundene Behauptungen, falsche Berichte und Fotos auf, die schnell wiederlegt werden können. Viele Leserinnen und Leser überfliegen die Überschriften nur und überprüfen deren Wahrheitsgehalt nicht. Und um so älter die User sind, um so schwieriger tun sie sich beim Überprüfen der Fakten (heise.de).

Was kann unternommen werden, um das Phänomen Fake News einzudämmen?

Das Problem um Fake News kann nicht einfach per Klick eingedämmt werden. Vor allem die zahlreichen Verbreiter und unterschiedlichen Quellen erschweren den Umgang mit den Lügengeschichten. Auch der unkontrollierte Umgang mit den neuen Medien, die Gesellschaft der Meinungsfreiheit und die Gier nach reißenden Schlagzeilen ermöglichen das Phänomen Fake News. Was kann gegen Fake News unternommen werden, um dem entgegen zu treten? In Schulen wird Digitale Bildung eingeführt, um schon die Kleinsten auf diese Thematik vorzubereiten und ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Auch das in Deutschland kürzlich beschlossene Netzdurchsetzungsgesetz soll helfen, Fake News zu bekämpfen. Und auch die Sozialen Netzwerke wie Facebook selbst sind nicht untätig: sie setzen Content Managerinnen und Manager ein, um kritische Inhalte aus dem Netz fern zu halten – mehr oder weniger erfolgreich und nicht ganz unumstritten (doch das ist ein eigenes Kapitel). Zukünftig sollen sogar Algorithmen Fake News auf Facebook herausfiltern. Aber ob diese die Wahrheit besser erkennen als wir Menschen – das bleibt offen …

Hilfe zum Erkennen von Fake News

Was kann nun jeder einzelne Internetuser tun, um Fake News zu entlarven? Es gibt viele Websites, die Fake News aufdecken und Hilfestellung anbieten. Hier ist eine Liste, gefunden auf der Website der GLS Gemeinschaftsbank eG:

Auf saferinternet.at und klicksafe.de findet man viele Hinweise und nützliche Links rund ums Thema Fake News.

Fake News können zum Problem unserer Gesellschaft werden, müssen es aber nicht, wenn wir uns derer bewusst sind und reißende Schlagzeilen genauer hinterfragen.

Quellen:
  • https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/menschen-schicksale/id_82309758/beruechtigter-fake-news-autor-paul-horner-38-ist-tot.html
  • https://paulnewsman.com/
  • https://www.heise.de/ct/ausgabe/2017-16-Wie-Fake-News-entstehen-und-warum-sie-eine-Gefahr-darstellen-3775058.html
  • https://kurier.at/kolumnen/barbara-kaufmann-was-man-noch-sagen-darf/400097936
  • https://www.theguardian.com/us-news/2017/sep/30/paul-horner-how-the-fake-news-kingpins-life-and-death-blurred-fact-and-fiction
Bildquelle:
  • https://pixabay.com/de/tablet-finger-nachrichten-news-1716296/